Nachfolgend sind die Künste aufgeführt, die im WU LIN Tempel und Retreat Center erlernt, praktiziert und vertieft werden können. Die Unterrichtsmethodik und die Lebensführung richten sich nach dem buddhistischen Gedankengut. Zu Beginn werden mehrmals im Jahr Intensivtrainings, das heisst Wochenseminare angeboten. In der übrigen Zeit steht die Anlage externen Seminaranbietern zur Verfügung, die sich gerne für mehrere Tage oder Wochen einmieten können. Bedingung ist die gleiche geistige Gesinnung, die sich durch Achtsamkeit, Ganzheit, Mitgefühl, Wertschätzung, Demut und Respekt auszeichnet.
Kung Fu

WU LIN Kung Fu (Yong Chun Quan bzw. Wing Chun) ist eine anspruchsvolle, traditionelle chinesische Kampfkunst, die sich zum Ziel gesetzt hat, effiziente Selbstverteidigung mit den Aspekten Gesundheit, Persönlichkeitsentwicklung und Philosophie zu verbinden. Die Entwicklung des Körpergefühls, die Koordination der Bewegungen, das Erarbeiten von Reflexen, die Erhöhung der Schlagkraft und der Flexibilität stehen in enger Wechselbeziehung mit dem Geist und dessen Fähigkeit sich weiter zu entwickeln. Kung Fu (Gongfu) bedeutet "harte Arbeit", hart ist eine Arbeit dann, wenn sie uns körperlich und mental viel abverlangt, wenn diese Herausforderung manchmal auch unangenehm ist und Geduld und Ausdauer erfordert. Die Basis des WU LIN Kung Fu bilden die 1., 2. und 3. Form. In diesen Bewegungsformen erlernt der Schüler Hand- und Beintechniken, Gefühls- und Laufschulungen sowie die verschiedenen Grundprinzipien, wie zum Beispiel das Prinzip der Gleichzeitigkeit, das Verständnis der Zentrallinie und der Kraftumlenkung. Ab der 2. Form beinhaltet das Training auch den Umgang mit kurzen Stöcken und Messern. Zu einem späteren Zeitpunkt folgt die Ausbildung an der Holzpuppe, dem Langstock und den Schmetterlingsmessern. WU LIN Kung Fu wendet sich an Männer und Frauen, die eine ganzheitliche, klar strukturierte und effiziente Kampfkunst suchen. Die im Training erworbenen körperlichen und mentalen Fertigkeiten bringen Ruhe und Sicherheit in den Alltag, Gelassenheit im Auftreten und Harmonie im Umgang mit den Mitmenschen. Das Leben ist geprägt von gegenseitigem Respekt, Achtsamkeit und Selbstvertrauen.
Zen

Zen (japanisch) wurde aus dem chinesischen - Chan - abgeleitet und bedeutet Meditation oder Versenkung. Ursprünglich kommt dieser Begriff aus der altindischen Sprache Sanskrit und heisst Dhyana. Der zentrale Gedanke von Zen ist die Schulung und Entwicklung des Geistes. Die Zen-Praxis beeinflusst unsere Denk- und Handlungsmuster. Zen lehrt Anhaftungen, egozentrisches Denken und Handeln aufzugeben, um so das eigene Potenzial freizusetzen und in Harmonie mit seiner wahren Natur zu leben. Zen ist die natürliche Hygiene des Geistes. Das bedeutet, als Mensch vom Intellektuellen zum Intuitiven zurückzukehren und als multidimensionales lebendes, ganzheitliches Wesen wach, lebendig, mitfühlend und zentriert zu sein. Die Praxis des Zen-Weges ist die Zen-Meditation (jap. Zazen), was so viel bedeutet wie absichtsloses Sitzen oder geistige Versenkung in stiller Sitzhaltung. Es ist nichts Phantastisches, das zu erlangen wäre, denn die Zen-Praxis ist nichts anderes als die Rückkehr zum Normalzustand von Körper und Geist. Der Zen-Geist beinhaltet die Präsenz und Achtsamkeit in der Gegenwart, da wo das Leben stattfindet, im Hier und Jetzt. Daraus wächst die Erkenntnis, dass nicht nur Körper und Geist untrennbar miteinander verbunden sind, sondern auch wir selbst und das gesamte Universum eins sind. Zen ist ein Weg zur Transzendenz - zu mehr Weisheit und Mitgefühl. Neben Zazen (Sitzen in Stille) wird im WU LIN Tempel und Retreat Center auch Kinhin (Gehen in Stille) und Samu (Arbeiten in Stille) praktiziert. Teishos (Vorträge) und individuelle Gespräche (Coachings) bilden ein solides Fundament für eine spirituelle Entwicklung.
Qi Gong

Qi Gong ist eine sehr alte chinesische Kunst und Wissenschaft, die die innere Energie kultiviert. Die Praxis des Qi Gong strebt die Harmonie von Körper, Geist und Seele an. Qi Gong kann auch als "die Arbeit mit der Lebensenergie" übersetzt werden. Die Praxis von Qi Gong soll das Leben verlängern und zu einer starken, gesunden geistigen Verfassung beitragen. Die chinesische Sichtweise geht davon aus, dass Krankheiten die Manifestation einer Disharmonie und einer Schwäche im Energiesystem des einzelnen Menschen darstellen. Ist das Energiesystem stark und ausbalanciert, gibt es keine körperliche oder geistige Erkrankung. Im WU LIN Tempel und Retreat Center wird bewegtes äusseres Qi Gong und stilles inneres Qi Gong unterrichtet. Die verschiedenen Unterrichtsprogramme stammen aus der taoistischen, buddhistischen und medizinischen Tradition. Aber auch Einflüsse aus den Kampfkünsten und der Neuzeit finden sich in einzelnen Bewegungsabläufen wieder. Die Übungen im Qi Gong beinhalten Körperhaltungen, Bewegungen, Atem- und Konzentrationsübungen sowie die geistige Schulung mittels mentaler Vorstellung. Qi Gong kann auch als "Lebenspflege" verstanden werden, der Mensch als Mikrokosmos strebt die Harmonie, die Balance im Einklang mit der Natur (Makrokosmos) an. Ein chinesisches Sprichwort sagt: "Die Menschen leben im Qi, wie die Fische im Wasser."
Yoga

Yoga ist ein Weg zu körperlicher und geistiger Selbsterfahrung. B.K.S. Iyengar sagt: „Yoga ist der goldene Schlüssel, der das Tor zu Frieden, Ruhe und Freude öffnet.“ Yoga ist eine ganzheitliche Methode zu mehr Wohlbefinden und Gesundheit. Die Praxis des Yoga beinhaltet spezielle Atemtechniken (Pranayama) und präzise Körperübungen (Asanas). Im WU LIN Tempel und Retreat Center wird Hatha-Yoga praktiziert. Die Asanas werden dynamisch (Vinyasa) und statisch praktiziert. Hatha wird im Westen häufig als „Yoga der Energie“ bezeichnet. In der altindischen Sprache Sanskrit hingegen, wird Hatha mit „kraftvoller Bemühung“ übersetzt. Yoga fördert das Leben im Hier und Jetzt, löst physische und psychische Blockaden, Traumata, Verkrampfungen und Verspannungen auf. Körperliche und geistige Gifte werden ausgeschieden. Konditionierungen werden erkannt und aufgelöst. Die Erweiterung des Körperbewusstseins dient als Grundlage für die Erweiterung des Geistes. Die Sinne werden wieder lebendig, man übernimmt Verantwortung für sich und seine Handlungen. Yoga führt zurück zum natürlichen Gleichgewicht in körperlicher, psychischer und geistiger Hinsicht. Man lebt ganz allgemein zufriedener, bewusster, lebendiger und achtsamer, ganz aus seiner Mitte heraus.
Teeweg

Der Teeweg wird oft auch als Teekunst bezeichnet, weil er eine Disziplin ist oder ein Pfad, auf dem der Praktizierende das Verständnis der eigenen Existenz und der Natur der Wirklichkeit klären kann. Die Kunst des "Gong Fu Cha", der chinesischen Teezeremonie, soll den Blick für das Wesentliche schärfen und die Sinne auf den Augenblick, auf das Hier und Jetzt, richten. Ziel ist es, einen entspannten, sorglosen Geisteszustand und die Verbundenheit mit der gesamten Umgebung und Umwelt zu erfahren. Tee verbindet den Menschen mit der Erde und dem Himmel. Tee ist mehr als nur ein Getränk. Wenn man vom Geist oder der Seele des Tees spricht, dann verbirgt sich dahinter eine ganze Philosophie, eine Kunst, ein Weg. Man kann den Tee mit all seinen Sinnen erfahren und geniessen. Der Teeweg lehrt Geduld, Achtsamkeit, Schönheit, Stille, Bewusstheit, Würde, Respekt und Dankbarkeit. Gerade in unserer hektischen, rastlosen und oft sehr oberflächlichen Gesellschaft wird der Weg des Tees zu einem wundervollen Geschenk - einer ruhigen und friedlichen Oase - mitten im Lärm der Welt. Kein Tag vergeht ohne eine Tasse Tee und die damit verbundenen Gespräche, die Musse und Harmonie und die tiefe Zufriedenheit, die daraus entsteht. Tee und Selbsterkenntnis haben mehr gemeinsam als man denkt.